Geschichte
Home Drei Königen Chilbi 1. August 1. Fasnachtstag

 

 

Kurzfassung Vereinsbeschrieb

Das Lärmen mit Schellen und Geiseln wird erstmals 1599 erwähnt. Lärmend zogen die Burschen mit Trychlen durch die Nacht, von Hof zu Hof, umkreisten Obst- oder Kirschbäume, weil es nach altem Glauben zu einem fruchtbaren Jahr verhalf, dem sagte man "Reuflen".

Erst Anfangs des 19. Jahrhunderts hat man den alten Winterbrauch mit einem Einzug ins Dorf Brunnen ermöglicht. Am 11. Juni 1972 wurde dann die Greiflervereinigung Ingenbohl-Brunnen gegründet. Unser Haupttag ist selbstverständlich der 6. Januar (Dreikönigen), wo sich die Greifler von Schönenbuch, Wylen und Feld versammeln, um den Einzug ins Dorf zu eröffnen. Durch die lautstarken Mitglieder im weissen Hirthemd und schwarzen Hosen wird die Bundeskapelle in Brunnen dreimal umrundet.

Der "Greiflet oder Gräufflet" bildet gewissermassen den Auftakt zur Fasnachtszeit. Eine Sage berichtet, dass ein nächtlicher Umzug zwei Waldfrauen "Strudeli und Strätteli" gegolten hat. Es herrscht der Glaube, dass jene Sitte mit dem Greiflen zusammenhängt, denn die Namen der beiden Waldfrauen deuten auf Hexen hin.

Am Abend des 1. Fasnachtstages werden die beiden Waldfrauen bei Fackeln, Feuerzauber und mit wackerem Trychlen vom Wasiwald ins Dorf getrieben. Mit diesem Specktakel wird seit 12 Jahren die Fasnachtzeit eröffnet, wo wir Greifler immer gerne mitmachen.

Damit man die beiden Hexen voneinander unterscheiden kann, ist auf das Gewand und auf die markante Maske zu schauen. Die grün gekleidete Waldfrau mit dem Effeu ist Strudeli. Strätteli hat eine Tannzapfen-Nase und ist braun gekleidet.

Am Fasnachtsende bzw. Güdeldiensttag gesellt sich zu den beiden Waldfrauen noch eine weiss gekleidete Frau "das Fronfastenmüetterli". Die beiden Hexen werden von der weissen Frau gejagt und verschwinden an diesem Abend für ein Jahr im Wasiwald und viele trauern der herrlichen Narrenzeit hinterher. Es bleibt nichts mehr anderes übrig als sich wieder auf die nächsten närrischen Tage zu freuen.

 

 

Geschichte der Greifler Ingenbohl-Brunnen

Foto von 1933, Stinälis Stall im Feld

Auf dem Wagen von links:   Auf der Maur Paul, Auf der Maur Josef, Auf der Maur August, Lüönd Josef, Auf der Maur Marie, Müller Franz, Horat Alois

Mittlere Reihe von links:       Auf der Maur Franz, Fischlin Alois, Steiner Theodor, von Euw Edi, Auf der Maur Kari, Strüby Marie, Auf der Maur Josef

Vordere Reihe von links:     Auf der Maur Alois, Strüby Alois, Nauer Dominik, Strüby Albert, Inderbitzin Franz, Schilter Josef

 

Foto von 1946

Hinterste Reihe von links:    Rickenbacher Paul, Inderbitzin Josef, Horat Josef, Linggi Paul, Betschart Melk, Suter Paul, Blaser Franz

Mittlere Reihe von links:       Auf der Maur Marie, Schibig Heiri, Schuler Franz, Tonazzi Richard, Ulrich Adolf, Lüönd Alois, von Euw Edi, Suter Franz,

Vordere Reihe von links:     Tonazzi Xaver, Lüönd Albert, Büeler Kari, Tonazzi Josef, von Euw Paul, von Euw Walter

 

Foto vor der Kapelle Unterschönenbuch

 

Foto Aula 1979

 

Foto Turmschulhaus 1993

 

 

"Greiflet" markiert Ende der "Zwölf Nächte"
Von der vieldeutigen Symbolkraft eines Schwyzer Brauchs

Die primäre Wurzel des Greiflet liegt darin, spielerisch das Rügerecht zu gebrauchen und dem ehemals abergläubischen Trieb, durch Lärm Fruchtbarkeit zu erzeugen, Ausdruck zu geben. Im Vergleich zum Fasnachtseinläuten in den Bezirken Einsiedeln, March und Höfe, dem Einschellen, ist am Dreikönigstag das Greiflen im innern Kantonsteil noch stärker mit dem Fruchtbarkeits-Mythos verbunden. Dennoch steht die Wortdeutung der teils verbreiteten Ansicht entgegen, der Greiflet habe mit der Fasnacht nichts zu tun.

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Die Einschneller- und Greiflerbewegung im Kanton Schwyz:

"Trychlä" im Schwyzerland

Immer wieder staunen Miteidgenossen (geschweige denn Ausländer) darüber, wie stark differenziert nach innen die Alpenkantone und -täler sich nach Mundarten, Brauchtum und Volkscharakter unterscheiden. Bräuche sind keine blossen Tagesereignisse und Gelegenheitsfeste. Sie sagen uns mehr. Ihre Bedeutung ist grösser und ihre Wirkung tiefer. Sie stammen von alters her. Sie sind dauerhaft und darum echt.

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Traditionen im BAK:

Liste der Traditionen im Netz

Mit der Ratifikation des UNESCO-Übereinkommens zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes am 16. Oktober 2008 hat sich die Schweiz verpflichtet, ein Inventar des immateriellen Kulturerbes in der Schweiz zu erarbeiten, zu führen und periodisch zu aktualisieren.

Die «Liste der lebendigen Traditionen in der Schweiz» entstand im Rahmen der Umsetzung dieses UNESCO-Übereinkommens. Die Liste wird in Zusammenarbeit und mit Unterstützung der kantonalen Kulturstellen geführt.

Die Liste ist in Form einer umfassenden Dokumentation des immateriellen Kulturerbes der Schweiz in Wort, Bild und Ton auf www.lebendige-traditionen.ch zugänglich. Sie umfasst derzeit 167 Traditionen, die unter der Leitung des Bundesamtes für Kultur von Fachleuten, Vertretern der kantonalen Kulturstellen und der Schweizerischen UNESCO-Kommission aufgrund von Vorschlägen der Kantone ausgewählt wurden.

Die «Liste der lebendigen Traditionen in der Schweiz» bildet die Grundlage und Voraussetzung für Nominierungen von lebendigen Traditionen für die UNESCO-Listen des immateriellen Kulturerbes. Das Nominierungsverfahren wird sich nach dem bewährten Vorbild im Bereich des Weltkulturerbes ausrichten.

Das Bundesamt für Kultur sieht verschiedene Massnahmen vor, um die Liste bekannt zu machen und die Traditionen lebendig zu halten. Bereits realisiert sind eine Erhöhung der Fördermittel für Organisationen kulturell tätiger Laien sowie die Möglichkeit der Unterstützung von Veranstaltungen im Bereich der Laien- und Volkskultur. Geplant ist eine Zusammenarbeit mit dem Freilichtmuseum und Kurszentrum Ballenberg zum Thema Handwerk sowie mit Schweiz Tourismus zum Thema der kulturell nachhaltigen Angebotsgestaltung.

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Trychlen:

Aus dem Heft Stubete

Sie motiviert Mensch und Tier bei der Alpauffahrt, hält ganze Viehherden zusammen, verhilft Sportlern zu Höchstleistungen oder vertreibt böse Geister aus
Tälern und Dörfern. Die Treichel hat ihren festen Platz in der helvetischen Volkskultur und kommt auch jetzt in den Wintermonaten vielerorts zum Einsatz.

 

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